So schnell regeneriert sich der Körper
Viele Menschen unterschätzen, wie schnell der Körper nach der letzten Zigarette reagiert. Tatsächlich beginnen Regeneration und Erholung in kurzer Zeit – und mit jedem rauchfreien Tag sinken Risiken weiter. Einige Effekte spüren viele schon nach Tagen oder Wochen, andere brauchen deutlich länger.
Warum uns das als Lungenstiftung Bremen besonders beschäftigt: In Bremen sind die Folgen des Rauchens besonders spürbar.
Bremen in Zahlen: Warum Prävention so wichtig ist
Laut Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) lag 2023 der Anteil tabakbedingter Todesfälle in Bremen überdurchschnittlich hoch:
Männer: 17,6 Prozent (Bund: 17,5 Prozent)
Frauen: 13,2 Prozent (bundesweit der höchste Wert; Bund: 10,0 Prozent)
Deutschlandweit werden für 2023 rund 131.000 Todesfälle den Folgen des Rauchens zugeschrieben – etwa jeder siebte Todesfall.
Und auch unabhängig vom Tabakkonsum zeigt sich: In Bremen erkranken jährlich mehr als 560 Menschen an Lungenkrebs, 445 sterben daran.
Was im Körper passiert: die wichtigsten Schritte der Erholung nach der letzten Zigarette
- Nach 20 Minuten: Puls und Körpertemperatur normalisieren sich.
- Nach 8–12 Stunden: Sauerstoffwerte im Blut steigen Richtung Normalwert.
- Nach 24 Stunden: Herzinfarktrisiko sinkt deutlich; Kohlenmonoxidwerte fallen weiter.
- Nach 2 Tagen: Nikotin ist abgebaut; häufig ist das Verlangen dann besonders stark.
- Nach 2–3 Wochen: Belastung fällt vielen leichter; Kreislauf und Lungenfunktion verbessern sich.
- Nach 1 Jahr: Herzinfarktrisiko etwa halbiert.
- Nach 10 Jahren: Lungenkrebsrisiko um rund 50 Prozent reduziert.
Wichtig: Es geht schnell – aber nicht alles „resetet“ sofort
Viele spüren innerhalb von Tagen oder Wochen: freier atmen, weniger Hustenreiz, mehr Ausdauer.
Beim Restrisiko für chronische Bronchitis, Emphysem und insbesondere Lungenkrebs kann es hingegen lange dauern, bis es sich dem Niveau von Nie-Rauchenden annähert – beim Lungenkrebs wird eine Größenordnung von rund 20 Jahren genannt.
Auch „Gelegenheitszigaretten“ sind nicht harmlos
Auch gelegentlicher Konsum schädigt Atemwege und erhöht das Krebsrisiko.
Was den Rauchstopp erleichtern kann
- Gewohnheiten verändern, typische Rauchsituationen meiden.
- Viel Bewegung und frische Luft als „Gegenimpuls“.
- Meilensteine planen und Belohnungen festlegen.
- Rauch-Tagebuch führen und Strategien für kritische Momente entwickeln.
- Bei Bedarf Hilfsmittel wie Nikotinersatz nutzen (am besten medizinisch begleitet).
Unterstützung: kostenfrei und anonym
Die kostenfreie Telefonberatung von rauchfrei-info: 0800 8 31 31 31 (Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr).
Lungenstiftung Bremen: Aufklären, vorbeugen, begleiten
Die Lungenstiftung Bremen engagiert sich dafür, dass weniger Menschen an Lunge und Atemwegen erkranken. In der Stiftung arbeiten u. a. Klinikum Bremen-Ost, Gesundheit Nord und AOK Bremen/Bremerhaven für mehr Lungengesundheit zusammen.